Notgroschen: Wie viel du als junge Frau brauchst und wo er hingehört
Warum ein eigener Notgroschen die Basis jeder Geldanlage ist – und ein Stück Unabhängigkeit. Wie hoch er sein sollte und wo du ihn am besten parkst.

Aktualisiert am · 3 Minuten Lesezeit
Bevor du investierst, brauchst du ein Sicherheitsnetz: den Notgroschen. Er sorgt dafür, dass du bei unerwarteten Ausgaben nicht dein Depot verkaufen oder dein Konto überziehen musst – und genau das macht dich beim Investieren entspannter.
Wofür ist der Notgroschen da?
Für alles, was plötzlich kommt und bezahlt werden muss:
- eine kaputte Waschmaschine oder ein neuer Laptop
- eine Reparatur am Fahrrad oder Auto
- eine Nebenkosten-Nachzahlung
- eine Phase ohne Einkommen, zum Beispiel zwischen zwei Jobs
Nicht dafür gedacht: Urlaub, Shopping oder geplante Anschaffungen. Dafür sparst du am besten separat.
Wie viel sollte es sein?
Eine verbreitete Faustregel: drei bis sechs Netto-Monatsausgaben. Also nicht dein Gehalt, sondern das, was du im Monat tatsächlich zum Leben brauchst.
Beispiel: Du gibst im Monat 1.200 € aus (Miete, Essen, Handy, Versicherungen usw.). Dann liegt dein Notgroschen zwischen 3.600 € und 7.200 €.
Eher am oberen Ende solltest du planen, wenn …
- du selbstständig bist oder dein Einkommen schwankt,
- du allein lebst und niemand einspringen kann,
- du ein Auto hast oder in einer Wohnung mit eigenen Geräten wohnst.
Als Studentin mit kleinem Budget reicht für den Anfang auch ein kleineres Polster – zum Beispiel ein bis zwei Monatsausgaben. Hauptsache, es gibt eins.
Ein eigener Notgroschen ist außerdem ein Stück Unabhängigkeit: Er gibt dir die Freiheit, einen Job zu wechseln, umzuziehen oder eine Beziehung zu verlassen, ohne finanziell in der Klemme zu stecken.
Wo gehört der Notgroschen hin?
Der Notgroschen muss jederzeit verfügbar und sicher sein. Deshalb gehört er nicht ins Depot, wo die Kurse gerade dann gefallen sein können, wenn du das Geld brauchst.
Gut geeignet ist ein Tagesgeldkonto:
- du kommst täglich an dein Geld,
- es gibt (je nach Zinsphase) etwas Zinsen,
- Einlagen sind über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Bank geschützt.
Ein separates Konto hat noch einen Vorteil: Der Notgroschen liegt nicht auf deinem Girokonto und wird nicht „aus Versehen“ ausgegeben.
Erst sparen, dann investieren – oder beides?
Du musst nicht warten, bis der volle Notgroschen steht. Viele machen beides gleichzeitig: einen Teil aufs Tagesgeld, einen kleinen Teil in den ETF-Sparplan. Sobald der Notgroschen voll ist, fließt alles in den Sparplan. Wie der funktioniert, liest du in ETF-Sparplan für Anfängerinnen.
Nach dem Notfall: wieder auffüllen
Hast du den Notgroschen gebraucht? Dann ist das genau richtig so – dafür ist er da. Fülle ihn danach Schritt für Schritt wieder auf, bevor du die Sparrate im Depot erhöhst.
Steht dein Notgroschen, bist du bereit für den nächsten Schritt: Depot eröffnen.
Dieser Artikel dient der Finanzbildung und ist keine Anlageberatung. Rechtliche Hinweise






