ETF-Sparplan für Anfängerinnen: In 5 Schritten zum eigenen Sparplan

ETF-Sparplan für Frauen einfach erklärt: Was ein ETF ist, wie viel du brauchst und wie du deinen Sparplan in 5 Schritten einrichtest.

Junge Frau sitzt lächelnd am Tisch und schaut auf ihr Smartphone
Foto: Brooke Cagle / Unsplash

Aktualisiert am · 4 Minuten Lesezeit

Du willst investieren, weißt aber nicht, wo du anfangen sollst? Damit bist du nicht allein. Ein ETF-Sparplan ist für viele der einfachste Einstieg: Du legst jeden Monat automatisch einen festen Betrag an, breit gestreut und ohne dass du dich täglich um die Börse kümmern musst.

Junge Frauen besitzen weniger als halb so oft Wertpapiere wie junge Männer (17 % gegenüber 43 %, Bankenverband Jugendstudie 2024). Nicht, weil sie schlechter investieren – sondern weil sie seltener anfangen. Dieser Artikel ist dein Startpunkt.

Was ist ein ETF überhaupt?

ETF steht für Exchange Traded Fund, also einen börsengehandelten Fonds. Ein ETF bildet einen Index nach, zum Beispiel einen Index mit über tausend Unternehmen aus vielen Ländern. Statt eine einzelne Aktie zu kaufen, kaufst du mit einem ETF ein kleines Stück von allen Unternehmen in diesem Index.

Das hat drei große Vorteile:

  • Streuung: Geht es einem einzelnen Unternehmen schlecht, fällt das in der Masse kaum ins Gewicht.
  • Niedrige Kosten: Weil der ETF einfach einen Index nachbildet, braucht es kein teures Fondsmanagement. Die laufenden Kosten liegen bei breiten ETFs oft unter 0,3 % pro Jahr.
  • Transparenz: Du kannst jederzeit nachsehen, was in deinem ETF steckt.

Was ist ein Sparplan?

Bei einem Sparplan legst du fest, wie viel du wann in welchen ETF investierst – zum Beispiel 50 € am 1. jedes Monats. Den Rest erledigt dein Depot automatisch. Du musst nicht den „richtigen Zeitpunkt“ abpassen: Mal kaufst du teurer, mal günstiger, über die Jahre gleicht sich das aus.

In 5 Schritten zu deinem ETF-Sparplan

1. Kassensturz machen

Bevor du investierst, solltest du wissen, was am Monatsende übrig bleibt. Und: Lege zuerst einen Notgroschen auf ein Tagesgeldkonto, damit du im Notfall nicht verkaufen musst. Wie viel sinnvoll ist, liest du in unserem Artikel Notgroschen: Wie viel du brauchst.

2. Depot eröffnen

Ein Depot ist so etwas wie ein Konto für Wertpapiere. Du kannst es online bei einer Direktbank oder einem Neobroker eröffnen, meist in 10–15 Minuten. Achte auf niedrige Kosten und darauf, dass Sparpläne kostenlos oder sehr günstig sind. Alles zur Eröffnung findest du in Depot eröffnen: Schritt für Schritt.

3. Einen breit gestreuten ETF auswählen

Für den Anfang zählt vor allem eins: breite Streuung über viele Länder und Branchen. Viele Einsteigerinnen starten mit einem weltweiten Aktien-ETF. Achte auf die Kosten (TER), die Größe des Fonds und darauf, ob er Erträge ausschüttet oder automatisch wieder anlegt (thesaurierend).

4. Betrag und Rhythmus festlegen

Schon 25 oder 50 € im Monat machen einen Unterschied – entscheidend ist, dass du anfängst. Wähle einen Betrag, den du auch in einem schwierigen Monat durchhältst. Erhöhen kannst du jederzeit.

5. Laufen lassen

Das Schwierigste ist oft: nichts tun. Kurse schwanken, manchmal stark. Wer langfristig (10 Jahre und mehr) investiert, hat diese Schwankungen in der Vergangenheit in aller Regel ausgesessen. Schau lieber einmal im Jahr drauf als jeden Tag.

Wie viel kann daraus werden?

Ein Rechenbeispiel mit einer angenommenen durchschnittlichen Rendite von 7 % pro Jahr:

MonatlichNach 10 JahrenNach 30 Jahren
25 €ca. 4.300 €ca. 30.500 €
100 €ca. 17.300 €ca. 122.000 €

Das ist eine Beispielrechnung, keine Garantie: Renditen schwanken, und in einzelnen Jahren kann dein Depot auch im Minus sein. Warum vor allem die Zeit so viel ausmacht, erklären wir in Zinseszins einfach erklärt.

Häufige Fehler am Anfang

  • Zu lange warten, bis man „genug weiß“. Vieles lernst du erst, wenn du dabei bist.
  • Panikverkäufe bei fallenden Kursen.
  • Zu viele verschiedene ETFs, die am Ende fast dasselbe enthalten.
  • Kein Notgroschen – und dann im falschen Moment verkaufen müssen.

Wenn du erst einmal verstehen willst, warum gerade die ersten Jahre so viel ausmachen, lies weiter bei Zinseszins einfach erklärt.

Dieser Artikel dient der Finanzbildung und ist keine Anlageberatung. Rechtliche Hinweise

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