Gender Pension Gap: Warum Frauen ein Drittel weniger Rente haben
Frauen haben im Alter 36 % weniger eigene Alterseinkünfte als Männer. Woher die Rentenlücke kommt und was du als junge Frau schon heute tun kannst.

Aktualisiert am · 3 Minuten Lesezeit
Frauen in Deutschland haben im Alter deutlich weniger Geld zur Verfügung als Männer. Diese Lücke hat einen Namen: Gender Pension Gap. Und sie ist größer, als viele denken.
Wie groß ist die Rentenlücke?
Laut Statistischem Bundesamt hatten Frauen ab 65 im Jahr 2025 im Schnitt eigene Alterseinkünfte von 18.233 € brutto im Jahr – Männer 28.473 €. Das ist ein Unterschied von 36 %.
Rechnet man Hinterbliebenenrenten (also z. B. die Witwenrente) mit ein, liegt die Lücke bei 24,2 %. Das heißt aber auch: Ein Teil der Absicherung von Frauen hängt bis heute davon ab, mit wem sie verheiratet waren.
Woher kommt die Lücke?
Die Rentenlücke entsteht nicht im Alter, sondern über das ganze Berufsleben:
- Weniger Gehalt: Frauen verdienen im Schnitt weniger pro Stunde (Gender Pay Gap) – und damit sammeln sie weniger Rentenpunkte.
- Teilzeit und Pausen: Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen übernehmen nach wie vor überwiegend Frauen. Jahre in Teilzeit wirken sich direkt auf die Rente aus.
- Weniger private Vorsorge: Junge Männer besitzen mehr als doppelt so oft Aktien wie junge Frauen (43 % gegenüber 17 %, Bankenverband Jugendstudie 2024). Wer nicht investiert, verzichtet auf den Zinseszinseffekt.
- „Darum kümmert sich mein Partner“: Viele Frauen überlassen die Finanzen anderen. Das funktioniert – bis es nicht mehr funktioniert, etwa nach einer Trennung.
Warum die gesetzliche Rente allein nicht reicht
Die gesetzliche Rente soll den Lebensstandard nur teilweise sichern. Wer heute in den Zwanzigern ist, wird zusätzlich vorsorgen müssen – über den Job (betriebliche Altersvorsorge) und privat.
Was du schon heute tun kannst
- Früh anfangen: Der größte Hebel ist Zeit. Wer mit 25 anfängt, monatlich 100 € anzulegen, hat bei 7 % angenommener Rendite mit 67 rund 304.000 €. Wer erst mit 35 startet, kommt auf rund 143.000 € – weniger als die Hälfte. Mehr dazu in Zinseszins einfach erklärt.
- Einen Sparplan einrichten: Auch kleine Beträge zählen. Wie das geht: ETF-Sparplan für Anfängerinnen.
- Weiter sparen, auch in Pausen: Elternzeit oder Teilzeit? Wenn möglich, den Sparplan nicht komplett stoppen, sondern nur reduzieren. In einer Partnerschaft lohnt es sich, darüber offen zu sprechen.
- Förderungen nutzen: Ab 2027 gibt es das neue staatlich geförderte Altersvorsorgedepot. Was das für dich bedeutet, liest du in Altersvorsorgedepot 2027.
- Gehalt verhandeln: Jeder Euro mehr Gehalt erhöht auch deine Rente – und das, was du sparen kannst.
- Über Geld sprechen: Mit Freundinnen, in der Familie, in der Beziehung. Was man versteht, nimmt man selbst in die Hand.
Quellen
- Statistisches Bundesamt: Alterseinkünfte nach Geschlecht sowie Gender Pension Gap (Erhebungsjahr 2025)
- Bankenverband: Jugendstudie 2024 (Befragte zwischen 14 und 24 Jahren)
Dieser Artikel dient der Finanzbildung und ist keine Anlageberatung. Rechtliche Hinweise






