Altersvorsorgedepot 2027: Was der Riester-Nachfolger für junge Frauen bedeutet

Ab 2027 löst das geförderte Altersvorsorgedepot die Riester-Rente ab. Wie die Förderung funktioniert und was das für dich als junge Frau heißt.

Frau schreibt am Fenster Notizen in ein Buch
Foto: Hannah Olinger / Unsplash

Aktualisiert am · 3 Minuten Lesezeit

Ab dem 1. Januar 2027 gibt es eine neue Form der staatlich geförderten Altersvorsorge: das Altersvorsorgedepot. Es löst die Förderung der Riester-Rente ab. Bundestag und Bundesrat haben die Reform im Frühjahr 2026 beschlossen. Hier die wichtigsten Punkte – Stand Oktober 2026.

Was ist das Altersvorsorgedepot?

Ein Depot speziell für die Altersvorsorge, in dem du in Fonds und ETFs investierst – und dafür Zulagen vom Staat bekommst. Anders als bei Riester gibt es keine Pflicht zur Beitragsgarantie mehr. Dadurch kann mehr Geld in Aktien fließen, was langfristig höhere Renditechancen bietet (aber auch Schwankungen bedeutet).

Wie hoch ist die Förderung?

Die Förderung richtet sich nach dem, was du einzahlst – nicht mehr nach deinem Einkommen:

  • Grundzulage: 50 % auf die ersten 360 € Eigenbeitrag im Jahr, danach 25 % auf jeden weiteren Euro bis 1.800 €. Maximal 540 € im Jahr.
  • Beispiel: Du zahlst 30 € im Monat ein (360 € im Jahr) – der Staat legt 180 € dazu.
  • Kinderzulage: 300 € pro Kind und Jahr, wenn du mindestens 300 € im Jahr einzahlst.
  • Berufseinsteigerbonus: einmalig 200 € für Sparerinnen unter 25.
  • Steuer: Beiträge bis 1.800 € im Jahr plus Zulagen kannst du als Sonderausgaben geltend machen.

Wer kann mitmachen?

Gefördert werden vor allem Menschen, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen – also Angestellte, Azubis und zum Beispiel Werkstudentinnen. Neu ist, dass auch Selbstständige gefördert werden. Wer nur studiert und keinen rentenversicherungspflichtigen Job hat, ist in der Regel nicht förderberechtigt. Prüfe deinen Fall am besten, sobald die Angebote 2027 starten.

Was ist mit den Kosten?

Für das staatliche Standardprodukt gilt ein Kostendeckel von 1 % Effektivkosten im Jahr. Das ist günstiger als viele bisherige Riester-Verträge, aber teurer als ein selbst verwalteter ETF-Sparplan. Vergleiche die Angebote daher genau, wenn es so weit ist.

Wann komme ich an das Geld?

Das Altersvorsorgedepot ist für die Rente gedacht: Ausgezahlt wird frühestens ab 65. Statt einer lebenslangen Rente sind auch Auszahlpläne möglich, die mindestens bis zum Alter von 85 laufen. Vorher an das Geld zu kommen, ist nur eingeschränkt möglich – anders als bei einem normalen ETF-Depot.

Altersvorsorgedepot oder normaler ETF-Sparplan?

Das muss kein Entweder-oder sein:

  • Das Altersvorsorgedepot lohnt sich vor allem wegen der Zulagen, besonders bei kleinen Beiträgen (50 % auf die ersten 360 €).
  • Ein normaler ETF-Sparplan bleibt flexibel: Du kommst jederzeit an dein Geld, etwa für eine Weiterbildung oder eine Wohnung.

Viele werden beides kombinieren. Wichtig ist, überhaupt anzufangen – denn die Rentenlücke von Frauen ist groß (mehr dazu im Artikel Gender Pension Gap).

Hinweis

Die Angaben beruhen auf dem beschlossenen Gesetz (Stand Oktober 2026). Details können sich bis zum Start noch ändern, und konkrete Produkte gibt es erst ab 2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Anlageberatung.

Du musst nicht bis 2027 warten: Einen normalen ETF-Sparplan kannst du schon heute einrichten – wie, steht in ETF-Sparplan für Anfängerinnen.

Quellen

  • Stiftung Warentest: Altersvorsorgedepot – Was kommt nach Riester? (August 2026)
  • Gesetz zur Reform der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge (Bundestag 27.03.2026, Bundesrat 08.05.2026)

Dieser Artikel dient der Finanzbildung und ist keine Anlageberatung. Rechtliche Hinweise

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